MIAMI
Ich bin heute sehr schleppend aus dem Bett gekommen, die
Anstrengungen der letzten Tage merke ich deutlich. Aber da muss ich durch, das
soll ja hier schließlich keine Erholung werden. Die Nacht war ansonsten gut,
geschlafen wie ein Stein. Das Frühstück wie erwartet, nüschtzz. Das können die
Amis einfach nicht.
| Und ich habe die komplette Auswahl hier auf dem Tablett! |
Mehr als 5Mio. Einwohner zählt der Großraum von Miami, der
einzigen US-amerikanischen Großstadt mit gerade einmal noch einem Drittel
weißer, nicht hispanischer Bewohner. Allein 900k kommen vom sozialistischem
Kuba. Die Stadt erweist sich als Drehscheibe von Handel, Finanzen und Kultur
zwischen dem Norden und Süden des amerikanischen Kontinents mit glitzernden
Wolkenkratzern, dem größten Kreuzfahrthafen der Welt und einer Restaurantszene,
die kulinarische Anregungen Lateinamerikas und anderer Richtungen miteinander
vereint. Ganz ehrlich, ich habe nur spanisch gehört und die Serviceangestellten
im Hotel hatten mit Englisch echte Schwirigkeiten.
Geschichte der Stadt. Wie so viele Städte in Florida, die
mit dem Wasser verbunden sind, entstand Miami 1985 durch den Ausbau der
Eisenbahn durch Julia Tuttle und William und Mary Brickell. Sie wollten mit dem
Ausbau der Eisenbahnlinie und dem Errichten einer Hafenstadt den Handel und
Wirtschaft ankurbeln. Damals lebten hier gerade einmal 300 Einwohner.
Angefangen mit dem Schiffsverkehr nach Key West, Nassau und Granada wuchs die
Stadt in Windeseile. Im 2. Weltkrieg war Sie ebenso bedeutend für die US Marine
und Ausrichtung nach Süden. Übriggeblieben ist davon nur der Kreuzfahrt- und
Yachthafen, jedenfalls meine Empfindung.
Meine rein persönliche Meinung? Ich habe in den letzten Tagen
viele wunderschöne Städte gesehen in denen man eine gewisse Kultur, Lebensweise
und auch Menschlichkeit gesehen hat, das ist hier nicht mein Eindruck. Miami
ist groß, laut, schnelllebig, oberflächlich. Vielleicht liegt es auch an meinem
kurzen Aufenthalt und man benötigt länger als einen Tag um hier richtig
einzutauchen.
Hochhäuser, Financial Destrict, Downtown, Miami Beach, alles
ganz schick aber möchte ich hier wohnen? Nein. Das einzig verlockende ist
wahrscheinlich die Lage und das Wetter. Aber gut, das ist nur meine persönliche
Meinung.
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| Die Ziele des Tages |
Ich habe jedenfalls das Hotel pünktlich um 8Uhr verlassen
und bin dann am Miami Beach Richtung Süden gelaufen. Auch wenn alle vom Miami
Beach schwärmen, ich habe auf meiner Tour durch Florida, deutlich schönere
gesehen und daher würde ich Ihn auf einer Beach Skala weit unten einstufen.
Aber ich will ja nicht meckern, in Deutschland soll es ja sehr kalt sein 😉.
Ab zum Southern Point Pier der einen schönen Blick auf Miami
Beach gewährt und in andere Richtung nach Downtown. Ich bin dann noch an der Marina
vorbei wobei hier die millionenschweren Yachten ankern, sehr beeindruckend. Dann
über Oceans Drive zurück. Dieser war am Morgen noch recht ruhig, viele Bars,
Restaurants und Hotels aneinandergereiht. Sah nett aus aber war kein
Anlaufpunkt für mich. Gegen 11Uhr kehrte ich ins Hotel zurück und hatte damit
schon meine ersten 7km hinter mir.
Miami Beach ist mit Miami durch 5 Brücken zu erreichen, zu
Fuss solltet Ihr dies aber nicht wagen. Die Brückenüberquerung ist sage und
schreibe 7km lang. Eine Tour sicher, hin und rück schwierig, dann noch weiter?
Unmöglich. Also nahm ich mein Auto und bin über den McArthur Causeway zum Festland.
Und hier gibt es Sie. In Miami Beach verzweifelt gesucht, hier findet ein geschultes
Auge kostenlose Parkplätze. Versteckt aber auffindbar 😊.
Ich bin dann vorbei an der American Airlines Arena in der
die Miami Heat spielen, dann zum Bayside bis zum Intercontinental gelaufen,
rüber nach Brickell zum City Center in dem Ihr verdammt viel Geld lassen könnt.
Hugo Boss, Chanel und wie sie alle heißen, im Financial District spielt Geld
keine Rolle.
| da steht er, direkt am McArthur Causeway |
| American Airlines Arena |
| Lauf Forest, lauf |
Meine Füße wurden schwer, also entschied ich mich für den
Rückweg, diesmal Querfeld ein durch die Stadt. Mein Fahrzeug fand ich sicher,
auch wenn ich immer ein mulmiges Gefühl habe mit der Angst abgeschleppt worden zu
sein. Aber alles gut.
Um 16Uhr kehrte ich zurück ins Hotel und erfrischte mich,
legte die Beine hoch und genoss eine Stunde auch mal nichts tun. Ich muss ja
meine Kräfte schonen, abends hatte ich noch ein Date.
Ich habe mich mit Konsti verabredet, ein sehr guter Freud
meines Bruders und auch ich habe schon einige Nächte seine Gesellschaft genießen
können. Er wohnt seit 7 Jahren hier in Miami und arbeitet auch bei Lufthansa,
zwar nen anderer Bereich aber derselbe Konzern. Sein Hauptmarktbegleiter ist
die GE Aviation 😉. Er kannte einen verdammt guten Argentinierin dem es wirklich ein hervorragendes Steak gab. Anschließend noch ein Absacker
in der BlueMartiniBar und dann mit Uber zurück.
| Sieht aus wie Händchen halten ;-) |
| Nur ein Absacker |
Uber ist das Fortbewegungsmittel in Miami. Es gibt hier
keine U-Bahn, nur einen „Regio“ und nen kleinen E-Busshuttle. Ansonsten Bus.
Aber auch hier ist Uber günstiger! Wenn Ihr hier seid, nutzt es.
So war es doch recht spät als ich wieder in Miami Beach
ankam, ich lief dann noch einmal über den Oceans Drive der jetzt richtig voll
war. Aus den Clubs dröhnten die tiefen Bässe, auf den Straßen die Porsches und Lamborghinis
und auf den Gehwegen die aufgespritzten Lippen. Sehen und Gesehen werden stand
hier ganz deutlich auf der Stirn. Was sagt der Tacho? Beachtliche 17km
| strahlendes Blau |
